Lech Wildlife Projekt

Teilnehmer Bewerbung Zukunftspreis 2020

Das Team des Lech-Wildlife-Projekts besteht aus vier rein ehrenamtlich handelnden Mitgliedern multikultureller Herkunft. Diese haben im Jahr 2010 festgestellt, dass sich die Lebensbedingungen für die heimischen Fischarten im Lech zunehmend verschlechtern und deren Bestände von Jahr zu Jahr massiv schrumpfen, obwohl der Lech als artenreichster nordalpiner Fluss gilt, der die wichtigste Biotopbrücke zwischen Alpen und Alb darstellt.  

Das Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, den ursprünglichen Wild-Fischbestand solange zu stützen, bis sich dieser wieder selbst aufrechterhalten kann, weil er wieder artgerechte Lebensbedingungen im Lech vorfindet. Diesbezüglich liegt die Hoffnung vor allem auf dem Renaturierungsprojekt „Licca liber – der freie Lech“. Um einen nachhaltigen Beitrag zur Artenerhaltung zu leisten, kam ein gewöhnlicher Fischbesatz aus Zuchtbetrieben nicht in Frage. Deshalb hat sich das Team Kenntnisse im Bereich Gewässerökologie angeeignet, teils Lehrgänge zum Gewässerwart absolviert und eine besondere Methode entwickelt, die zwischen der Staustufe 23 und dem Hochablass verwirklicht wird.

Damit sich die Fische natürlich verhalten und die ursprüngliche Genetik aufweisen, müssen sich die aus dem Flusseinzugsgebiet stammenden Fischeier zwingend auf absolut naturnahe Weise im Flussbett entwickeln können. Deshalb werden die Fischeier im Fluss in spezielle Brutkästen eingebettet. Die aus Edelstahl gefertigten Brut-Boxen wurden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse der Universität für Bodenkultur in Wien entwickelt und im Rahmen des Lech-Wildlife-Projekts neu überarbeitet. Der Einsatz der Brutboxen zielt darauf ab, die Fische dazu zu erziehen sich wie Wildfische zu verhalten; dies wird als Homing-Verhalten bezeichnet. Mittlerweile ermöglicht das Projekt jährlich die natürliche Entwicklung von 10.000 Fischeiern.

Für die Umsetzung des Projekts, Beschaffung der Materialien sowie die Gebühren für Sondergenehmigungen, um im Wasserschutzgebiet der Stadt Augsburg die Ausrüstung zu transportieren, kommen die Teilnehmer komplett selbst auf. Das Projekt ist sowohl mit der Fischereifachberatung als auch mit den zuständigen Fischereiberechtigten abgesprochen. Durch die Maßnahmen konnten die Fischbestände nachweislich stabilisiert werden.

Themen: Biodiversität, Natur, Tiere, Wasser