Augsburger Armutskonferenz

In den letzten Jahren haben verschiedene Berichte und Untersuchungen deutlich werden lassen, dass es auch in Deutschland in zunehmendem Maße Armut und Ausgrenzung gibt. Armut ist häufig mit gesellschaftlichem Rückzug und sozialer Diskriminierung verbunden. Dazu kommt oft der Verlust des Selbstwertgefühls.

Die Augsburger Armutskonferenz gründete sich im November 1995 als Zusammenschluss verschiedener Verbände, Initiativen und Projekte in Augsburg, die sich mit dem Thema "Armut" befassen. Seit 1999 gehört sie zur Lokalen Agenda 21.

Die Augsburger Armutskonferenz führt Recherchen zu Armut und armutsrelevanten Bereichen durch, entwickelt Projekte, schafft und vermittelt Kontakte, leistet Vernetzungs-, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Aktivitäten

Seit 1995 veröffentlicht die Armutskonferenz Bestandsaufnahmen zu Armut in Augsburg (zum aktuellen Armutsbericht).

Im 2006 wurde ein Film über Armut in Augsburg gedreht. Unter dem Titel "Ich würde schon gerne mal ...- Wie Menschen mit wenig Einkommen ihren Alltag gestalten" haben die Augsburger Armutskonferenz und der Filmemacher Martin Pfeil vier Menschen aus Augsburg, die unverschuldet in Armut geraten sind, portraitiert. Der Film kann in der AV Medienzentrale der Diözese Augsburg, Kappelberg 1, 86150 Augsburg, Tel. 0821/ 3152-205 oder -293 ausgeliehen werden.

Begleitend dazu wurde eine Arbeitshilfe zum Einsatz des Films in Schule und Erwachsenbildung konzipiert (zur Arbeitshilfe). 

Mit dem Ziel, einkommensschwachen Gruppen eine höhere Beteiligung am sozialen und kulturellen Leben in Augsburg zu ermöglichen, bemüht sich die Augsburger Armutskonferenz seit 2009 um die Einführung einer Sozialcard (Augsburg-Pass und Mobilitätsticket). Erste Erfolge zeigten sich 2013 mit dem Einstieg der Stadt Augsburg in die "Augsburger Sozialcard", einem vergünstigten ÖPNV-Ticket, mit dem es möglich wurde, ohne große bürokratische Hürden Bus und Tram zu nutzen: Flyer zur Sozialcard.

2010 hat die Armutskonferenz zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Bildung und Nachhaltigkeit das Symposium "Gemeinsam geht es besser. Kommunale, soziale und wirtschaftliche Strategien gegen Armut in Augsburg" veranstaltet. Es nahmen über 120 TeilnehmerInnen teil. Die schriftliche Beiträge der Referenten können Sie einsehen.

Dr. Andreas Netzler, Bay. Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familien und Frauen:Augsburg im bayerischen Vergleich - Auszüge aus dem Sozialbericht der Bayerischen Staatsregierung

Max Weinkamm, Sozialreferent Stadt Augsburg:Fakten und Strategien zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung in Augsburg

Dr. Hermann Teufel, Vorstand Verband der bayerischen Wirtschaft Bezirk Schwaben: Strategien gegen Armut in Augsburg 

Helmut Jung, Deutscher Gewerkschaftsbund Region Augsburg:  Kernaussagen

Dr. Walter Semsch, Geschäftsführer Caritasverband Stadt Augsburg:  Kernaussagen

2012 wurde von der Armutskonferenz ein Leitfaden zum Thema Energieschulden erstellt. Grund sind die kontinuierlich steigenden Energiepreise. Der Leitfaden ist als Arbeitshilfe für die BeraterInnen sozialer Dienste gedacht (zum Energieschuldenleitfaden).

Ende 2012 wurde der Flyer zur Sozialcard - Mobilität und Teilhabe für alle fertig. Er beschreibt den angedachten Umfang der Sozialcard, zeigt, wer das Anliegen bisher schon unterstützt und wirbt um weitere UnterstützerInnen.

Zum "Internationalen Tag gegen Armut" wurde 2014 ein Stadtteilspaziergang Oberhausen und 2017 ein Stadtteilspaziergang Herrenbach organisiert, jeweils mit dem Besuch verschiedener Einrichtungen, die für die Armutsprävention relevant sind.

Als Ergebnis der "Fachtagung Wohnen" am 19. Oktober 2015 entstand das Augsburger Manifest Wohnen, gemeinsam mit dem Sozialreferat der Stadt Augsburg. Die Augsburger Armutskonferenz beschäftigt sich seitdem mit dem Thema Wohnen, u.a. mit einem "Fachaustausch Wohnen" am 6. November 2018. Die Situation ist nach wie vor prekär.