Lebensraum Schwabencenter

Das Schwabencenter teilt die Augsburger seit Jahrzehnten in zwei Lager: die einen, die das Ding einfach nur hässlich finden und es am liebsten abreißen lassen würden, und die anderen, die die Vorteile vertikalen Wohnens und vor allen Dingen die Chancen des mehr als 800 m langen Gebäudes mit den drei Wohntürmen sehen.

Wir gehören eindeutig zur zweiten Gruppe und haben deswegen im Januar 2014 begonnen, Visionen für ein nachhaltiges und gemeinschaftliches Arbeiten und Leben im Schwabencenter zu entwickeln. Ganz klar: Für die Türme mit ca. 1.600  Bewohnern und die Ladenpassage darunter gibt es tausend und eine Idee. Angefangen von begrünten Dächern, gemeinsam genutzter Infrastruktur bis hin zu Wohnformen über Wohnungsgrenzen hinweg, die leicht komplett barrierefrei umgestaltet werden können, gemeinsamen Räumen, einem kulturellen und sozialen Treffpunkt...

Erste Schritte

Wir haben uns zunächst für unser Projekt Unterstützer gesucht. Wissenschaftlich begleitet wird unser Projekt „Lebensraum Schwabencenter“ von der Städtegeographie unter Prof. Karin Thieme und Dipl. Geogr. Serge Middendorf, die Studierende zunächst ihre eigenen Eindrücke vom Ort machen ließen und anhand verschiedener wissenschaftlicher Methoden von Studierenden Visionen für‘s Schwabencenter entwickelten. Die Ergebnisse aus dem Seminar konnten wir zusammen mit partizipativen Elementen in unserer Ausstellung im Februar 2015 der Öffentlichkeit präsentieren.

Im Juni 2014 sind wir als neues Fachforum in die Lokale Agenda 21 aufgenommen worden, ein Netzwerk, in dem wir uns über die Maßen wohl fühlen und das uns den fachlichen und den persönlichen Austausch möglich macht, den wir brauchen.

Als Arbeitsgruppe in Transition Town Augsburg e.V. haben wir einerseits eine rechtliche Grundlage für unser Projekt. Andererseits spiegelt das Projekt „Lebensraum Schwabencenter“ geradezu idealtypisch die Grundideen von Transition Town wider.

Das Wohnzimmer im Schwabencenter

Seit September 2014 veranstalten wir Salons – so nennen wir unsere Treffen für alle, die sich bei unserem Projekt beteiligen wollen. Unsere Salons sollen in angenehmer Atmosphäre – gleich ihren historischen Namensgebern – Austausch und Kontakte ermöglichen, kleine Vorträge zu bestimmten Themen bieten und vor allen Dingen: Freude machen.

Im November 2014 fanden wir mit Lisa Schuster, die für die AWO-Tochter SIC Quartiersentwicklung eben Quartiersentwicklung vor allem im Bereich Senioren übernommen hat, eine tatkräftige Mitstreiterin für mehr Lebendigkeit im Schwabencenter.

Gemeinsam betreiben SIC Quartiersentwicklung und Lebensraum Schwabencenter das Wohnzimmer. Monatlich wird ein umfangreiches Programm geboten, bei dem sich viele Akteure engagieren. Alle Interessierten - Bewohnerinnen, Nachbarinnen, Sonstige... - sind herzlich eingeladen - das jeweils aktuelle Programm finden Sie nebenan. Ein Punkt im Programm sind auch die monatlichen Salons.

Marion Wöhrl und Sabine Pfister