Allen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen S4  Allen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen

Ziel 1: Diskriminierung und Barrieren in allen Lebensbereichen erkennen und abbauen

Aktivitäten der Stadtgesellschaft

Stadtverwaltung:

Gesellschaftliche Teilhabe allen ermöglichen
Das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen förderte als Teil des „Augsburger Spielplatzprogrammes“ auch Inklusion, z. B. mit einem unterfahrbaren Pflanzbeet am Stadtplatz Flurstraße / Maschenbaurstraße in Oberhausen, samt Möglichkeiten zur Selbstbewirtschaftung und Einbindung der Löweneckschule vor Ort.
Das Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung erarbeitete bis 2014 zum ersten Mal ein „Seniorenpolitisches Konzept“, das die Sachlage und kommunale Ziele beschreibt, über wesentliche Angebote berichtet und Anregung für Maßnahmen gibt, Wege in ein vielschichtiges, plurales Leben im Alter zu öffnen. 2015 legte das Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung den „Wegweiser für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung“ aktualisiert neu auf.
Von der Fachstelle Inklusion im Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung wurde in breiter Beteiligung seit 2015 ein Aktionsplan Inklusion erarbeitet. Der Aktionsplan beinhaltet konkrete Maßnahmen, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglichen. In diesem Kontext bestehende Mängel und Barrieren sollen abgebaut werden. Der Plan ist kein statisches Werk, sondern ist Grundlage und Auftakt eines fortwährenden Veränderungs- und Anpassungsprozesses. Die Umsetzung der im Plan formulierten Maßnahmen wird durch die Fachstelle Inklusion begleitet. 2016 wurde ein Roll-Fiets (Rollstuhl-Transport-Fahrrad), angeschafft, das Bürgerinnen und Bürger bei der Jungen Werkstatt / Diakonie HandwerksBetriebe ausleihen können.
Das architektonische Konzept des 2018 vom städtischen Eigenbetrieb Altenhilfe Augsburg eröffneten Seniorenzentrums Servatius ermöglicht eine weitgehend barrierefreie Nutzung. In jeder der vier Wohngruppen sind fünf Apartments rollstuhlgerecht ausgestattet. Für Menschen mit Demenz wurden in den Seniorenzentren Servatius und Lechrain mittels eines technikbasierten Desorientierten-Fürsorgesystems sichere individuelle Bewegungsräume ermöglicht.
Die Behindertenbeauftragte der Stadt Augsburg nimmt Anregungen und Beschwerden entgegen und versucht, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Sie regt Maßnahmen an, die Inklusion und selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderungen fördern. (siehe auch K3.3)
Das Friedensbüro achtet bei den Veröffentlichungen (Webseite, Programmheft zum Friedensfest, Flyer) auf Gendergerechtigkeit und gibt Hinweise auf barrierefreie Veranstaltungsorte im Rahmen des Friedensfestes. Die Webseite www.friedensstadt-augsburg.de bietet Informationen in leichter Sprache an. Im Programmheft zum Rahmenprogramm des Augsburger Hohen Friedensfestes werden die Veranstaltungen auch auf Englisch und Arabisch angekündigt, um Sprachbarrieren zu überwinden. In zahlreichen Veranstaltungen (Friedensfest, Diversity Tag, Redereihe) wird das Thema „Diskriminierung und Barrieren aufgrund von Geschlecht, Herkunft, körperlicher Verfasstheit, sozialer Lage, Religion etc.“ immer wieder thematisiert.
Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen erfahren deutlich häufiger Formen von Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Die Arbeitskreise Häusliche Gewalt und Opferschutz des Kriminalpräventiven Rats haben entsprechend für Augsburg in einem Gesamtkonzept Maßnahmen zur Prävention von Gewalt an Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen formuliert. Die Beratungsstellen erstellen Informationsmaterial über ihre Hilfsangebote beispielsweise nun auch in leichter Sprache; bei Fachtagungen, Informationsveranstaltungen und Empfängen wird Übersetzung in Gebärdensprache angeboten. Insgesamt berücksichtigen das Büro für Kommunale Prävention und der Kommunale Präventionsrat bei der Entwicklung von Projekten und Programmen insbesondere auch genderspezifische Aspekte.
Broschüre: Wegweiser für Menschen mit Behinderung
Broschüre: Seniorenpolitisches Konzept der Stadt Augsburg
https://www.augsburg.de/umwelt-soziales/soziales/inklusion
https://www.friedensstadt-augsburg.de/

Städtische Beteiligungen:

Öffentliches Leben barrierefrei gestalten
Die Stadtwerke Augsburg haben bis März 2018 von ihren 187 Straßenbahnhaltestellen 117 (63 %) vollständig, 39 (21 %) bedingt und 31 (16 %) noch nicht barrierefrei ausgebaut. 75 Prozent der Haltestellen sind „niederflurgerecht“ ausgebaut, 90 Prozent der Haltesteige bieten genügend Platz zum Ausfahren der Rollstuhlrampe. Und 40 Prozent der Haltestellen bieten ein Blindenleitsystem.
Der Zoo Augsburg ist 2017 mit dem „Signet Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet worden, u. a. für den kostenlosen Verleih von Rollstühlen und Buggys, das Angebot behindertengerechter WCs sowie behindertengerechter Führungen.
https://www.barrierefrei.bayern.de/presse/20170503-barrierefrei-in-die-tierwelt.php

Zivilgesellschaft:

Integration durch gesellschaftliche Teilhabe
Die VOLLDABEI-Kulturwerkstatt wurde 2013 als mobiler, offener, interkultureller Lern- und Arbeitsort mit Reparatur- und Kreativaktivitäten in Asylunterkünften oder Jugend- und Stadtteilzentren gegründet. Vielfältige nachbarschaftliche Aktionen wie Möbel oder Fahrräder reparieren, Kochen, Nähen, Gärtnern, Malen oder Radfahren lernen tragen seither zu einem Abbau von Integrationsbarrieren bei und fördern Offenheit, Toleranz und Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen (Augsburger Zukunftspreis 2016).
Im Rahmen des Projekts „Flüchtlingen den Weg in die Augsburger Gesellschaft ebnen“ engagierten sich Ende 2018 über 350 Freiwillige in 12 Helferkreisen in verschiedenen Stadtteilen für die bessere Integration von Migrantinnen und Migranten. Sie stehen ihnen als Flüchtlingslotsen bei Problemen und Schwierigkeiten helfend zur Seite. Diese Helferkreise, die vom Freiwilligen Zentrum Augsburg koordiniert und unterstützt werden, wurden 2017 mit dem Augsburger Zukunftspreis ausgezeichnet.
https://www.pareaz.de/projektarchiv/volldabei/
https://www.freiwilligen-zentrum-augsburg.de/unsere-projekte/flüchtlingslotsen/
https://integreat-app.de/

Wirtschaft:

Eingliederung ausländischer Fachqualifikationen in den Arbeitsmarkt
In der Mentoring-Partnerschaft Augsburg werden Fachkräfte mit Qualifikationen aus dem Ausland (Mentees) von Fachkräften aus Augsburg aus dem gleichen Berufsfeld (Mentorinnen bzw. Mentoren) sechs Monate lang bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt begleitet und bei der Suche nach einer adäquaten Arbeitsstelle unterstützt. Seit 2013 haben 181 Mentees im Rahmen des Programms mit Mentorinnen und Mentoren zusammengearbeitet. Rund 46 % der Mentees haben während oder kurz nach Ende des Programms eine Arbeitsstelle in ihrem erlernten Beruf gefunden. Bei der Anmeldung zum Programm waren sie noch entweder arbeitssuchend oder in einer unterqualifizierten Beschäftigung. Der Oberbürgermeister der Stadt Augsburg ist seit 2013 Schirmherr des Programms, das Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg und über 30 Unternehmen aus Augsburg und der Region unterstützen die Umsetzung. Das Projekt wurde 2014 mit dem Augsburger Zukunftspreis ausgezeichnet.
https://www.migranet.org/qualifizierungsangebote/die-mentoring-partnerschaft/standort-augsburg

Unterstützende Projekte aus dem Zukunftspreis

 

 

 

 

Indikator

Die App Integreat ist eine digitale Plattform, die seit 2015 auf kommunaler Ebene Informationen mehrsprachig an neuzugewanderte Menschen, vor allem Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund weitergibt. Ziel ist, Sprachbarrieren abzubauen und Informationstransparenz zu schaffen. Die Auskünfte betreffen Sprachlernförderung, Wohnen, Arbeitsmarktzugang und Partizi pation. Befüllt wird die App vom Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt. Die App für Augsburg gibt es in Deutsch, Englisch, Arabisch, Französisch, Farsi und Rumänisch. Die Anwendung kann auf das Smartphone heruntergeladen und danach offline genutzt werden.
Daten: Tür an Tür Digital Factory gGmbH

zugehörige Stadtratsbeschlüsse:

  • Beschluss 14/01589 – UN-Behindertenrechts konvention: Grundsatzbeschluss Teilhabeplan