Biologische Vielfalt erhalten und entwickeln Ö3  Biologische Vielfalt erhalten und entwickeln

Ziel 2: Artenschutz und genetische Vielfalt sicherstellen

Aktivitäten der Stadtgesellschaft

Stadtverwaltung:

Artenerhalt im Stadtgebiet
Die fachlich qualifizierte Baumpflege durch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen stellt die Eignung der städtischen Bäume als Habitat für verschiedenste, teilweise seltene Arten (z. B. Fledermäuse, Totholzkäfer) unter Wahrung der Verkehrssicherungspflicht sicher. Weitere Maßnahmen sind das Projekt „Insekten.Vielfalt.Augsburg“ (gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg), Artenhilfs- und Biotoppflegemaßnahmen in der Biotop- und Grünflächenpflege (Nistkästen, Krötenzaun, Pflege von Heckenstrukturen, Unterhalt von Feuchtbiotopen u. a. m.), die Verwendung von Finanzmitteln aus der Erbschaft „Kiehstaller“ für das Pilotprojekt „Ökologische Mauersanierung Lueginsland bis Fischertor“, die Bestandserfassungen Mauer-Ahlenläufer sowie Nistkästen, die Verwendung alter Obstsorten bei Gehölzpflanzungen, Erhaltungskulturen für ausgewählte Pflanzenarten im Anzuchtbetrieb des Botanischen Gartens und das Kooperationsprojekt „Ein Herz für Fledermäuse“ mit dem Tierschutzverein Augsburg, dem Verein Fledermausschutz Augsburg und dem Naturmuseum Königsbrunn.
https://www.augsburg.de/umwelt-soziales/umwelt/naturschutz

Städtische Beteiligungen:

Hilfsprojekte für heimische Arten
Der Landschaftspflegverband Stadt Augsburg e. V. (LPV) führt diverse Artenhilfsprojekte durch, z. B eine Beweidung mit Przewalskipferden und alten Rinderrassen sowie das Anlegen von Rebhuhn-, Laubfrosch- und Schlangenhabitaten. Das Beweidungsprojekt wurde 2012 mit dem Augsburger Zukunftspreis ausgezeichnet. Der Lebensraum Lechtal e. V. leistet Besucherlenkung und Bestandserfassungen zum Fluss-Regenpfeifer nördlich von Augsburg sowie eine Totholzkäferkartierung.
Der Zoo Augsburg baute 2011 in Zusammenarbeit mit dem LPV und der Umweltstation Augsburg Gehege für heimische Amphibien und Schlangen. 2016 konnte eine Biber-/Otteranlage mit einheimischen Fischen fertiggestellt werden, finanziert durch den Freundeskreis des Augsburger Zoos. Schon lange läuft ein Beweidungsprojekt mit Przewalskipferden im Naturschutzgebiet Stadtwald in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Augsburg. Seit 2009 hat der Zoo einen Naturschutzfond zur Unterstützung von Arten- und Naturschutzprojekten – 10 Cent pro verkaufter Einzelkarte und 25 Cent pro verkaufter Jahreskarte gehen in diesen Fond. Seit 2013 hat der Naturschutzfond den „Reptilienschutz im Stadtwald Augsburg“ jährlich mit 1.500 bis 5.000 € unterstützt, insgesamt flossen 14.500 € in den Reptilienschutz.
https://www.lpv-augsburg.de/arten
https://www.zoo-augsburg.de/artenschutz/beweidungsprojekte
https://www.lpv-augsburg.de/landschaftspflege/naturschutzfonds-des-augsburger-zoos

Staatliche Einrichtungen:

"Urbaner" Lebensraum Uni-Heide
Die Uni-Heide als „urbaner“ Lebensraum ähnelt den ursprünglichen Lechheiden. Sie erhielt bei ihrer Anlage 2013 eine „Saatgutimpfung“ von verschiedenen lokalen Heideflächen. Heute ist die Uni-Heide der Lebensraum mit der höchsten Biodiversität auf dem ganzen Campus, mit seltenen und gefährdeten Pflanzen. Zum Erhalt des Artenreichtums wird die Uni-Heide einmal jährlich von Schafen beweidet, gesenst und im Rahmen von Seminaren in die Lehre eingebunden.

Zivilgesellschaft:

Teilhabe zum Artenschutz
Die Aktionsgemeinschaft Tierrechte, ein Forum der Lokalen Agenda 21 Augsburg, klärt auf, dass die Herstellung von Tierprodukten eine der Hauptursachen für die größten Umweltprobleme und eine wesentliche Treibkraft hinter dem Insekten- und Artensterben ist. Zum Schutz der Biodiversität raten sie zu einer veganen Ernährung. Mittels Aktionen unterschiedlicher Art, Flyern, Vorträgen und auf ihrer Homepage zeigen sie auf, wie man Wildbienen, Vögel, Igel & Co. im eigenen Garten schützen kann.
Der Verein Fledermausschutz Augsburg erkundet und schützt Fledermausvorkommen, pflegt verletzte oder junge Fledermäuse und berät Quartierbesitzende.
https://www.ag-tierrechte.de/
http://www.fledermausschutz-augsburg.de/

 

 

 

 

Indikator

Anzahl der gesichteten Exemplare bestimmter Vogelarten in Augsburg bei der jährlichen bundesweiten Vogelzählaktion „Stunde der Gartenvögel“. Für das Stadtgebiet Augsburg gehen jedes Jahr um die 70 Meldungen von rund 100 teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern ein.
Daten: Naturschutzbund Deutschland e. V.